Elementare Formen der Präsentation

Karteikarte
4-Ecken-Navigation: Aphorismen, Notate, lineare Prosa

Zykloid
4-Ecken-Navigation + seitliche Bedienleisten: Vers- und Prosa-Zyklen

Magisches Quadrat, zu Würfel erweiterbar
Texte ohne Richtungssinn, einzeln und in beliebig wählbarer Folge aufrufbar

Theaterbox
4-Ecken-Navigation + Aktleiste rechts

Insula
Grundelement netzförmiger Prosa

Freischwinger
Einfache Texte mit Körper
Anmerkungen zum Netzarchiv ACTA LITTERARUM
ACTA LITTERARUM ist eine Publikationsadresse für neue
Literatur. Die Editoren verstehen das Netz als einen Ort, an dem
Formen ästhetischer Präsentation erprobt werden, die dem Medium
angemessen sind und den Wahrnehmungsverläufen von Netzbenutzern
entgegenkommen. Eine wiedererkennbare, bequem zu handhabende, von
Projekt zu Projekt sich modifizierende Grundform markiert die
Differenz zur etablierten digitalen Lesewelt, in der die rasche
Information vorherrscht. Das langsame, nachdenkliche,
phantasiegesteuerte Lesen bedarf eigener optischer Reize, es bedarf
gewisser Handgriffe, mittels derer ein Leser sich zum Herrn über
die Zeit macht, um sie zu vergessen und in die andere Gegenwart der
Literatur einzutauchen. Was in gut gearbeiteten Büchern über
Kapitel- und Seiteneinteilungen, über Format, Satz, Papier und
selbst über die Technik und Qualität des Bindens erreicht wird,
findet im digitalen Register kein exaktes Äquivalent (was manchmal
bedauert wird). Dafür findet sich ein anderes Spektrum an
gestalterischen Möglichkeiten – und das ist gut so.
Denkt man zurück an die Jahre überschäumender Euphorie für das
damals noch neue Medium, so bleibt als Erfahrungsrest der
keineswegs neue, an Großprojekten der Literatur des letzten
Jahrhunderts wie Musils Mann ohne Eigenschaften oder Arno
Schmidts Zettels Traum erprobte Verdacht, dass Teile der
Literatur seit längerem über die Buchform und ihre Derivate
hinausdrängen. Bestimmte Texte verlangen nach Formen der
Aufbereitung, in denen sie zwar weiterhin, anders als es auf der
Bühne oder im Film geschieht, im Mittelpunkt stehen, aber außerhalb
der durch eine lange mediale Gewöhnung ausdifferenzierten Ordnung
der Wörter. Solche mikrotheatralischen Inszenierungen, die den
Bereich des individuellen Lesevorgangs nicht verlassen, sind mit
geringem technischem Aufwand innerhalb des digitalen Mediums
erreichbar. Sie haben den Vorteil, dass sie an Orten spielen, an
denen sich heutige Leser aufhalten, an denen sie ihre
Alltagsinformationen ebenso besorgen wie ihr Weltwissen und den
Stoff für ihre Traumwelten, an Orten, an denen sie sich überdies
selbst präsentieren und aktiv bewegen.
Dies festzustellen ist nicht unwichtig. Die Herausgeber der ACTA
LITTERARUM sind der Auffassung, dass sich der Alltagsgebrauch
eines Mediums erst verfestigt haben muss, bevor seine Erkundung und
Erprobung als Medium ästhetischer Kommunikation verlässlich
betrieben werden kann. Nicht umsonst mündete die experimentelle
Phase der Netzliteratur in Design und Resignation. Literatur in
Container abzufüllen bedeutet, das Netz als minderwertigen
Präsentationsort festzuschreiben. Die Literaturwissenschaft mit
ihrer Tendenz, die ästhetische Brisanz des technologisch Neuen zu
überschätzen und tendenziell zu verabsolutieren, hat die fatale
Alternative eine Zeitlang auf ihre Weise befördert. Man sollte sich
davor hüten, ›Buchliteratur‹ und ›Netzliteratur‹ gegeneinander zu
setzen, so tief die jeweiligen Gliederungs- und
Präsentationselemente auch in sie eingedrungen sind. Wer so denkt,
vergleichgültigt die Literatur, er verschweigt ihre primären
Impulse ebenso wie die ihrer Leser.
Der Vorteil des Netzes, das eine entstehungsnahe Publikation
erlaubt, wird auf diesen Seiten ebenso genützt wie die Möglichkeit,
Präsentationsformen im direkten Kontakt mit den Lesern zu erproben.
Die Texte werden nach und nach ins Netz gestellt, so dass
Korrekturen und Neugruppierungen zu (fast) jedem Zeitpunkt und an
jeder Stelle möglich bleiben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf
einer leichten, übersichtlichen und unauffälligen Navigation.
Die Rechte an den Texten liegen bei den Autoren. Die Netzpublikation geschieht unter voller Wahrung dieser Rechte im Hinblick auf anderweitige Publikations- und Verwertungsformen.
Die genussvolle Lektüre der Acta stellt gewisse Anforderungen an Browser und Bildschirm. Eine angemessene Darstellung sollte mit den aktuellen Versionen der gängigen Standardbrowser zu erreichen sein. Bei Problemen empfiehlt sich der Wechsel auf die jeweils neueste Version. Die optimale Bildschirmauflösung liegt zwischen 1280 x 1024 und 1680 x 1050 Pixeln. Eine lesefreundliche Oberfläche ist je nach Auflösung durch eine Veränderung der Browsereinstellung ("Zoom") zu erreichen.